Refinanzierung

Die Refinanzierung nehmen Kreditgeber vor, um die auf diese Weise aufgenommenen Mittel selbst zum Zweck des Zinsgewinns verleihen zu können. Sinnvoll ist eine Refinanzierung stets dann, wenn für den Kreditgeber eine positive Differenz zwischen den Refinanzierungskosten und dem Zinsgewinn entsteht. Daneben macht sich jedoch die Refinanzierung als Absicherung gegen Kreditausfallrisiken erforderlich, um die eigene Liquidität nicht zu gefährden.

Mittel der Refinanzierung

Ein Mittel besteht stets im Einsatz von Eigenkapital, der bei europäischen Banken inzwischen vorgeschrieben ist. Nach den Richtlinien von Basel II und dem im Verlaufe des Jahres 2013 sukzessive in Kraft tretenden Basel III müssen Banken in einem definierten Ausmaß Eigenkapital im Verhältnis zu ihrem Kreditgeschäft vorhalten. Je nach Aktivität der Bank auf dem Kreditmarkt werden Margen zwischen rund 10 bis 15 Prozent verlangt, diese Zahlen sind ständig in der politischen Diskussion (zuletzt Anfang Februar 2013). Ein weiteres probates Mittel der Refinanzierung sind die Einlagen der eigenen Kundschaft als Termingeld. Diese Termingelder (Tages- und Festgelder, Sparbriefe, sonstige Einlagen) müssen daher aktiv eingeworben werden, des Weiteren müssen ihre Zinssätze unter denen der ausgegebenen Kredite liegen, damit sich für die Bank ein positiver Saldo ergibt. Zudem verlangen sowohl die Basel-Richtlinien als auch schon länger bestehende Regeln des Kapitalmarktes die fristenkongruente Refinanzierung, also eine dem Zeitablauf und Volumen entsprechende Liquiditätsbeschaffung gegenüber den ausgegebenen Krediten. Ein zusätzliches Mittel der Refinanzierung ist die eigene Aufnahme von Krediten der Bank zu wesentlich niedrigeren Zinssätzen gegenüber den ausgegebenen Krediten. Ebenso kommen Schuldverschreibungen, Anleihen und Pfandbriefe infrage. Dies geschieht im Interbanken- und Zentralbankhandel.

Kosten der Refinanzierung

Eine Refinanzierung schmälert zwangsläufig die Gewinnmarge ausgegebener Kredite, lässt sich aber nicht umgehen, wenn das Kreditgeschäft in einem gewissen Umfang durchgeführt wird. In die Kosten muss stets auch das Kreditausfallrisiko einkalkuliert werden. Banken können dazu tendieren, dieses Risiko zu unterschätzen, eigene Kredite am Kapitalmarkt gebündelt per True Sale zu veräußern und durch massive Ausfälle in Schieflage zu geraten, weil die Refinanzierungskosten den Zinsgewinn deutlich übersteigen. Auf diese Weise löste die amerikanische Subprime-Krise 2007/2008 den nachfolgenden Banken- und Börsencrash aus.

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