Kreditnebenkosten

Kreditnebenkosten sind diejenigen Kosten, die bei der Bearbeitung, Bereitstellung und Vermittlung eines Kredites entstehen. Sie schlagen sich im effektiven Jahreszins nieder und müssen nach Preisangabenverordnung (PAngV) entsprechend ausgewiesen werden. Ausdrücklich gehört eine Restschuldversicherung nicht zu den Kreditnebenkosten, auch wenn sie über die Monatsraten getilgt wird.

Arten von Kreditnebenkosten

Die oben aufgeführten Kreditnebenkosten haben größtenteils ihre Berechtigung und unterscheiden sich zwischen den einzelnen Banken meist nur wenig. Allerdings führen sie in ihrer Darstellung zu einem Wettbewerb der Geldinstitute, was dazu geführt hat, dass einige Banken auf bestimmte Kreditnebenkosten verzichten (etwa die ING-DiBa auf Bearbeitungsgebühren bei zweckfreien Ratenkrediten). Im Einzelnen entstehen an Kreditnebenkosten:

  • Bearbeitungsgebühren: In der Höhe von oft 0,5 bis etwa 2,0 Prozent der Darlehenssumme decken sie den Verwaltungsaufwand der Bank ab.
  • Vermittlungsprovisionen: Wenn ein gewerbliches Unternehmen den Kredit vermittelt, erhält es von der Bank eine Vermittlungsprovision in Höhe von meist 1,0 bis rund 3,0 Prozent der Darlehenssumme, die sich als Kreditnebenkosten im effektiven Jahreszins wiederfindet.
  • Bereitstellungszinsen: Bei Hypothekendarlehen und auch anderen hohen Krediten entsteht eine Zinsbelastung zwischen der Bereitstellung der erforderlichen Summe und ihrem Abruf durch den Kreditnehmer. Diese Kreditnebenkosten sind insofern berechtigt, als dass die Bank das Geld ab der Bereitstellung nicht mehr anderweitig verleihen kann.

Die Kreditnebenkosten sind häufig weniger relevant, als der öffentlichen Diskussion zu entnehmen ist. Wenn eine Bank beispielsweise auf Bearbeitungsgebühren verzichtet, kann sie im Gegenzug den Zinssatz leicht erhöhen, weshalb gerade dieser Wegfall von Kreditnebenkosten eher kosmetischen Wert hat.

Preisangabenverordnung und Kreditnebenkosten

Seit dem Jahr 2010 müssen die Kreditnebenkosten laut jüngster Preisangabenverordnung deutlich ausgewiesen werden, auch darf bei bonitätsabhängigen Krediten nicht mehr ausschließlich mit dem günstigsten Zinssatz geworben werden, sondern es ist ein repräsentatives Beispiel mit effektivem Jahreszins aufzuführen, nach dem 2/3 aller Kreditnehmer dieser Bank ein Darlehen erhalten. Die Kreditnebenkosten sind der Differenz zwischen effektiven Jahreszins und gebundenem Sollzins zu entnehmen, allerdings kann sich der effektive Jahreszins auch mit der Laufzeit erhöhen. Dies ist eine Bankentscheidung, die ebenfalls auszuweisen ist. Eine Restschuldversicherung wird auf die Tilgungsraten umgelegt, kann sehr teuer sein, gehört aber nicht zu den Kreditnebenkosten und muss nicht im effektiven Jahreszins ausgewiesen werden.

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