Grundpfandrecht

Das Grundpfandrecht bezeichnet im Kreditwesen das vertragliche Pfandrecht an einem Grundstück oder grundstücksgleichen Rechten zur Besicherung eines Darlehens. Wenn die durch das Grundpfandrecht besicherte Forderung nicht erfüllt wird, vollstreckt der Kreditgeber in das Grundstück beziehungsweise dessen Verwertungserlöse.

Deutsche Grundpfandrechte

In Deutschland erstreckt sich das Grundpfandrecht auf eine Hypothek, eine Grund- und eine Rentenschuld nach den §§ 1113, 1191 und 1199 BGB. In jedem Fall wird aus der Verwertung des Grundstückes die Forderung des Gläubigers erfüllt, wobei ein lastenfreies Grundstück nicht zwangsversteigert werden muss, vielmehr kann der Schuldner beispielsweise nach § 1113 eine Hypothek darauf aufnehmen und damit die Forderung begleichen. Da das Grundpfandrecht ein dingliches Verwertungsrecht darstellt, wird der Gläubiger bei Nichterfüllung die Veräußerung des Grundstückes betreiben, um aus den Erlösen befriedigt zu werden. Praktisch werden die Hypothek und die Rentenschuld kaum eingesetzt, sondern fast ausschließlich die Grundschuld nach § 1191 BGB.

Durchsetzung des Grundpfandrechtes

Sollte es zum Zahlungsverzug kommen, kann der Inhaber des Grundpfandrechtes (oft die finanzierende Bank einer Immobilie) die Zwangsversteigerung beantragen oder selbst den Verkauf des Grundstückes/der Immobilie anstreben. Das Grundpfandrecht wird im Grundbuch eingetragen, zur Durchsetzung seiner Rechte stehen dem Gläubiger das Schuldbeitreibungsverfahren oder das Konkursverfahren offen. Im Schuldbeitreibungsverfahren wird zunächst allein die Verwertung des Grundpfandrechtes angestrebt, im Konkursverfahren beantragt der Gläubiger gegen den Schuldner dessen Insolvenz, wenn dieser nicht selbst den entsprechenden Antrag stellt. Danach wird die Konkursmasse aufgeteilt, wobei der Inhaber des Grundpfandrechtes bevorzugt bedient wird. In anderen Staaten gibt es ähnliche, aber nicht gleichlautende Regelungen. So ist in der Schweiz eine Weiterführung des Grundpfandrechtes per Grundlast (§§ 782 ff. ZGB) möglich, wobei der Schuldner weiterhin mit dem Grundstück haftet, aber nicht zwangsversteigert wird, sondern in Folge weiter Zahlungen leistet.

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