Gesamtschuldner

Der Begriff Gesamtschuldner ist ein älterer Begriff, den es im deutschen Rechtssystem auch schon vor der Kodifzierung des Bürgerlichen Gesetzbuches im Jahr 1900 gab. Gesamtschuldner sind mindestens zwei Personen, die gemeinsam für eine entstandendene Schuld, eine Forderung, haften. Diese Personen können sowohl natürliche als auch juristische Personen sein. So ist es üblich, dass neben einem Gesellschafter auch oft die Gesellschaft als Gesamtschuldner haftet. Doch das Institut der Gesamtschuldnerschaft hängt im Einzelfall von vielen Details ab. Gesamtschulder zeichnen sich dadurch aus, dass der Gläubiger von einem von ihnen die Begleichung der gesamten Schuld verlangen darf – jedoch nur einmal.

Ist der Gläubiger befriedigt worden – und sei es auch nur von einem der Gesamtschuldner alleine – dann ist die Schuld für alle Gesamtschuldner erloschen. Derjenige der Gesamtschuldner, der die Forderung des Gläubigers beglichen hat, muss sich dann an die anderen Gesamtschuldner halten, um den von ihm aus seiner Sicht überzahlten Betrag zurückzuerhalten.

Gesamtschuldner haften immer gemeinsam, aber jeder nur nach seiner Schuld. Insbesondere bei Urteilen der deutschen Gerichte kommt es oft zum Ausspruch von Gesamtschulden zu festgelegten Quoten. Diese Quoten gelten aber immer nur für die Gesamtschuldner untereinander. Die Gesamtschuldnerschaft hat für den Gläubiger den Vorteil, dass er im Streitfall, der vom Richter ausgeurteilt wurde, in der Regel mindestens einen solventen Gläubiger hat. Der Standard-Fall vor den Gerichten des Landes sind die Verkehrsunfälle. Üblicherweise werden bei Verkehrsunfällen neben Fahrer und Halter eines Wagens auch die Versicherungen mitverklagt. Die Versicherungen sind dann im Ergebnis oft diejenigen der Gesamtschulder, die solvent genug sind, alle Forderungen zu begleichen.

← zurück zum Lexikon

Aktuelle Kreditangebote vergleichen und günstige Zinsen sichern!