Geldbeschaffungskosten

Geldbeschaffungskosten sind diejenigen Kosten, die bei der Beschaffung eines Darlehens entstehen. Sie können bei gewerblichen Darlehen steuerlich geltend gemacht werden, wenn das angeschaffte Gut strikt für den Gewerbebetrieb verwendet wird. Bei privaten Darlehen, etwa der Eigenheimfinanzierung, werden die Geldbeschaffungskosten vielfach unterschätzt.

Arten von Geldbeschaffungskosten

Bei den im Folgenden aufgeführten Geldbeschaffungskosten werden alle Posten ohne Rangfolge hinsichtlich ihrer Höhe erfasst. Die jeweils benannte Höhe stellt eine grobe Schätzung dar:

  • Bearbeitungskosten: Die Bearbeitung eines Darlehensantrages kostet zwischen 0 bis rund 2,5 Prozent der Darlehenssumme.
  • Vermittlerprovisionen: Damit sind die Provisionen für die Vermittlung des Darlehens, nicht eines Eigenheims oder Grundstückes gemeint. Sie bewegen sich zwischen rund 1 – 3 Prozent der Darlehenssumme.
  • Gutachterkosten: Diese können zu den Geldbeschaffungskosten gerechnet und im Gewerbebetrieb auch steuerlich geltend gemacht werden. Ohne Gutachten ist eine Finanzierung vielfach nicht möglich. Gutachterkosten schwanken sehr stark, da Gutachten auf Stunden- oder Prozentbasis erstellt werden.
  • Notargebühren: Hier gilt dasselbe wie für die Gutachterkosten, eine Eigentumsübertragung ohne Notar ist jedenfalls bei grundpfandrechtlich besicherten Objekten nicht möglich, damit auch keine Geldbeschaffung. Notarkosten bewegen sich im niedrigen dreistelligen Bereich.
  • Grundbuchgebühren: Der Eintrag kostet meist unter 100 Euro.
  • Disagio: Für die Bereitstellung eines Hypothekendarlehens wird ein Abschlag einbehalten, der sich im niedrig einstelligen Prozentbereich bewegt (rund 1 – 2,5 Prozent, kann auch entfallen).
  • Zinsen: Dies sind die größten Geldbeschaffungskosten. Bei lang laufenden Hypothekendarlehen erreichen sie leicht die Höhe des Darlehens selbst.

Auch Fahrt- und Telefonkosten im Zusammenhang mit dem Darlehen, selbst Kopien und Porto fallen unter Geldbeschaffungskosten. Ein wichtiger Punkt kann eine Vorfälligkeitsentschädigung sein, wenn diese vom Verkäufer unmöglich geleistet werden kann. Der Käufer würde sie übernehmen, was ein außergewöhnlicher, mithin sehr hoher Posten bei den Geldbeschaffungskosten wäre. Strittig aus steuerlicher Sicht wäre hierbei, inwieweit diese Übernahme als unmittelbar absetzbarer Kostenpunkt der Finanzierung gewürdigt werden kann (siehe unten).

Steuerliche Würdigung

Bei gewerblichen Krediten sollten die Darlehensnehmer durchaus die Geldbeschaffungskosten ansetzen, die leicht an zehn Prozent der Darlehenssumme (außer den Zinsen) heranreichen können. Sie sind als Werbungskosten sofort abzugsfähig. Das gilt auch beim Immobilienerwerb, wenn das Objekt vermietet wird, bei privater Nutzung freilich nicht. Strikt abzugrenzen sind aus steuerlicher Sicht diejenigen Kosten, die vom Verkäufer als Altlast übernommen werden, beispielsweise Zinsen für noch bestehende Kredite, die der Käufer weiterführen muss. Diese fallen steuerlich unter Anschaffungskosten. Sie können geltend gemacht werden, aber nur im Zuge einer Abschreibung. Das kann auch eine übernommene Vorfälligkeitsentschädigung betreffen.

← zurück zum Lexikon

Aktuelle Kreditangebote vergleichen und günstige Zinsen sichern!