Bürgschaft

Der Begriff Bürgschaft ist für fast alle Menschen ein Begriff, der zur Vorsicht mahnt. Und das ist richtig so. Denn eine unbedachte Bürgschaft kann schnell in den Ruin führen. Eine Bürgschaft ist ein Rechtsgeschäft, das im Bürgerlichen Gesetzbuch für die Privatpersonen und im Handelsgesetzbuch für die Kaufleute geregelt ist. Bei einer Bürgschaft verpflichtet sich eine Person einseitig für die Schuld einer anderen Person einem Gläubiger gegenüber einzustehen, falls die andere Person die Schuld nicht begleichen kann.

Eine Privatperson, die ein Bürgschaftsversprechen abgibt, muss grundsätzlich die Bürgschaftserklärung eigenhändig unterschreiben und diese Erklärung im Original dem Gläubiger überreichen. Andernfalls wird das Bürgschaftsversprechen nicht wirksam. Ein Kaufmann hingegen kann eine Bürgschaft auch unter erleichterten Bedingungen übernehmen, denn er ist als kundiger Geschäftsmann nicht schutzbedürftig. Tritt dann der Ernstfall ein und der ursprüngliche Gläubiger kann nicht zahlen, so kann der Gläubiger sich an den Bürgen halten. Doch es gibt verschiedene Stufen der Bürgschaft. In der Regel muss nämlich der Gläubiger zunächst alles Mögliche versuchen, um vom ursprüngliche Schuldner sein Geld zu erhalten. Eine Ausnahme hiervon ist die so genannte selbstschuldnerische Bürgschaft.

Bei der selbstschuldnerischen Bürgschaft, die auch eine Privatperson übernehmen kann, verpflichtet sich der Bürge sofort für den Schuldner zu haften. Das bedeutet, der Gläubiger kann sich im Falle der Verweigerung der Zahlung des ursprünglichen Schuldners sogleich an den Bürgen halten ohne beim Schuldner nachforschen zu müssen, ob dieser wirklich nicht in der Lage ist die offen stehende Forderung zu begleichen. Bürgschaften werden häufig im familiären Kreis übernommen – diese können aber bei krassem Missverhältnis von Bürgschaftshöhe und Leistungsfähigkeit des Bürgen unwirksam sein.

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