Briefgrundschuld

Die Briefgrundschuld ist das unabhängig vom Grundbuch per Schuldbrief vereinbarte Verwertungsrecht an einem Grundstück, das in dieser Form eher selten übertragen wird und aus dem Grundbuch selbst nicht hervorgehen muss. Daher verlangt die Ausstellung einer Briefgrundschuld den entsprechenden Briefausschlusseintrag im Grundbuch, ansonsten stellt dieses gleichzeitig die Briefgrundschuld dar.

Grundsätzliches zur Grundschuld

Die Grundschuld bedingt das Recht, aus der Verwertung eines Grundstückes oder ähnlichen Rechts wie Wohneigentum oder Erbbaurecht einen festgelegten Geldbetrag zu fordern. Banken verwenden die Grundschuld als Kreditsicherheit, doch sie kann auch auf andere Weise bei Schuldverhältnissen beispielsweise zwischen Privatpersonen eingesetzt werden. Grundbuchämter verwahren die Aufzeichnungen hierüber sicher, Änderungen müssen notariell beglaubigt werden. Aufgrund dieser administrativen Konstruktion muss ein Gläubiger nicht unbedingt ein Dokument über die Grundschuld besitzen, es genügt seine Legitimation gegenüber dem Grundbuchamt, um seine eingetragenen Rechte einzufordern. Dies wiederum macht die Grundschuld als reine Buchgrundschuld nur per notarieller Vereinbarung handhabbar, was manchmal aus praktischen Gründen umständlich sein kann, wenn etwa ein Grundstück sehr weit entfernt liegt und dennoch veräußert oder beliehen werden soll. Aus diesem Grund gibt es die Möglichkeit, eine Briefgrundschuld zusätzlich zur Buchgrundschuld auszustellen.

Buch- und Briefgrundschuld

Die Buchgrundschuld wird allein im Grundbuch eingetragen. Das genügt für das Rechtsverständnis sämtlicher Staaten und hat über Jahrhunderte Bestand. Die Briefgrundschuld kann nach deutschem Recht (in anderen Staaten gibt es ähnliche Regelungen) auf einem amtlichen Formular gesondert ausgestellt werden, was als Briefausschluss im Grundbuch einzutragen ist. Ohne diesen Eintrag stellt die Buchgrundschuld gleichzeitig die Briefgrundschuld dar. Wenn aber die Briefgrundschuld gesondert ausgestellt wurde, ist dieser Brief als Dokument übertragbar. Die Kontrahenten können sich hierbei fernab des zuständigen Grundbuchamtes befinden und sind auch nicht verpflichtet, diesem die Übertragung der Briefgrundschuld mitzuteilen. Lediglich die Abtretung der Briefgrundschuld ist vertraglich festzuhalten, was auch notariell geschehen kann. Ein beteiligter Notar wird alsbald die Änderung dem Grundbuchamt mitteilen, ansonsten bleibt die Mitteilung den Kontrahenten überlassen. Daher muss ein auf dem Grundbuchamt vorgefundenes Grundbuch nicht aktuell sein, wenn ein Briefausschluss eingetragen wurde.

← zurück zum Lexikon

Aktuelle Kreditangebote vergleichen und günstige Zinsen sichern!