Anschaffungskosten

Die Anschaffungskosten eines in der Rechnungslegung aufgeführten Wirtschaftsgutes setzen sich aus dem Anschaffungspreis, dessen eventuellen Minderungen, Nebenkosten, nachträglichen Kosten und der Umsatzsteuer zusammen, sofern Letztere nicht dem Vorsteuerabzug unterliegt. Der Begriff der Anschaffungskosten wird verwendet, um den ursprünglichen Bewertungsmaßstab bei Erwerb entsprechend steuerlich zu würdigen, nicht den gegenwärtigen Zeitwert.

Wesentliche Bestandteile der Anschaffungskosten

Unter den Anschaffungskosten versteht das Wirtschafts- und Steuerrecht diejenigen Aufwendungen, die für den Erwerb des Vermögensgegenstandes und die Herstellung und Aufrechterhaltung seiner Betriebsfähigkeit erforderlich sind. Wenn das durch Rechnungen zu belegen ist, werden die Anschaffungskosten bei eindeutiger Zuordnung so akzeptiert. Sollte das nicht möglich sein, schätzt das Finanzamt regelmäßig die Anschaffungskosten, es kalkuliert dabei beispielsweise nachteilig, wenn ein angeschafftes Kraftfahrzeug zunächst zum TÜV und dann in die Werkstatt musste, um in den betriebsbereiten Zustand versetzt zu werden. Sollten hierzu keine Rechnungen vorliegen, fallen diese Aufwendungen nicht unter Anschaffungskosten. Umgekehrt setzt das Finanzamt nicht etwa die höheren Herstellungskosten für ein neues Kraftfahrzeug an, wenn unterstellt werden kann, dass dieses mit Rabatt erworben wurde (zum Beispiel als Tageszulassung). Die Herstellungskosten werden nach deutschem und österreichischem Recht von den Anschaffungskosten unterschieden. Die im internationalen Recht eingesetzten IFRS oder die US-GAAP gehen anders vor, Herstellungs- und Anschaffungskosten werden zusammengefasst.

Bedeutung der Anschaffungskosten

Zunächst einmal sind Anschaffungskosten, die für die Unternehmensführung zwingend erforderlich sind, steuerlich geltend zu machen. Allerdings herrscht die (berechtigte) Auffassung vor, dass ein Anschaffungsvorgang angemessen auszugestalten ist. Damit ist gemeint, dass überproportionale Anschaffungskosten vom Finanzamt zurückgewiesen werden können. Der Klassiker sind überdimensionierte Firmenfahrzeuge, die aus „Repräsentationsgründen“ erworben werden, aber auch überdimensionierte IT und anderes kann moniert werden. Das Problem stellt sich übrigens nicht nur gegenüber dem Finanzamt, sondern beispielsweise auch bei einer Firmenveräußerung.

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